ET4-27 – Induktion – Bewegungsinduktion

Inhaltsverzeichnis

Nachdem du bereits die Ruheinduktion als Variante der Induktion kennengelernt hast, möchten wir dir in diesem Kurstext ausführlich die Bewegungsinduktion oder anders ausgedrückt das Generatorprinzip vorstellen.

 

“Bei der Bewegungsinduktion wird ein elektrischer Leiter durch ein Magnetfeld bewegt, dabei kommt es zu einer Spannungsinduktion in den Leiter und in den meisten Fällen daraufhin zu einem “elektrischen Stromfluss”.

 

Bewegungsinduktion - Generatoren
Bewegungsinduktion – Generatoren

 


Bewegungsinduktion – Generatorprinzip  – Grundlagen


Anders als bei der Ruheinduktion wird bei der Bewegungsinduktion ein beweglicher Leiter in einem homogenen Magnetfeld bewegt. Infolge dieser Bewegung wird dem Leiter eine elektrische Spannung U_{in} = U_q induziert.

 

 

undefiniert
Alles irgendwie anders...

Die Bewegungsinduktion findest du am ehesten in Generatoren zur Stromerzeugung (Windkrafträder) wieder. Denn hier wird eine Leiterschleife (bzw. Vielzahl von Spulen) in einem magnetischen Feld gedreht, um eine Spannung zu induzieren und damit auch einen elektrischen Strom zu erzeugen.

Es liegt das umgekehrte Wirkprinzip eines Gleichstrommotors vor.

 

Bewegungsinduktion - Windkraftanlage
Bewegungsinduktion – Windkraftanlage

 

Merk's dir!
Merk's dir!

Hier wird mechanische Energie in elektrische Energie umgewandelt. Aus diesem Grund spricht man bei dieser Art der Induktion auch vom dem Generatorprinzip. Die dabei induzierte Spannung, also infolge der Rotation, ist eine Wechselspannung

 


Bewegungsinduktion – Prinzip (Generatorprinzip)


In der nachfolgenden Abbildung siehst du das Prinzip der Bewegungsinduktion nochmals verdeutlicht. Während die magnetischen Feldlinien horizontal verlaufen, bewegt sich der im Magnetfeld befindliche Leiterteil mit der Länge l_s um den Weg x nach unten.

 

Bewegungsinduktion - Prinzip
Bewegungsinduktion – Prinzip

 

In der nächsten Abbildung siehst du Vorgang in zwei Schritten. 

 

Bewegungsinduktion - Ablauf
Bewegungsinduktion – Ablauf

 


Bewegungsinduktion – Formeln – Berechnungen


Jetzt wollen wir die Gleichungen und Formeln näher betrachten, die es uns erlauben Aussagen bezüglich

  • induzierte Spannung

sowie

  • magnetischem Fluss

sowie

  • elektrischen Feldstärke

zu treffen.

 


Berechnung – Induzierte Spannung


Bei der Berechnung der Spannung greifen wir auf unsere bekannte Gleichung aus einem vorherigen Text zurück.

 


Leiterschleife, Leiter


Wird lediglich ein Leiter oder eine Leiterschleife mit lediglich einer Windung N = 1 in das Magnetfeld geführt, so bestimmt sich die induzierte Spannung mit:

 

 \boxed{ U_{in} = \frac{\Delta \Phi}{\Delta t} } Leiterschleife

Kennzahlen:

 \boxed{ U_{in} = } Induzierte Spannung

 \boxed{ \Phi  =} Magnetischer Fluss

 \boxed{ \frac{\Delta \Phi}{\Delta t} = } Zeitliche Änderung des magnetischen Flusses

 


Spule


Wird hingegen nicht nur ein Leiter, bzw. eine Leiterschleife, sondern eine aus mehreren Leiterschleifen bestehende Spule N > 1 durch das homogene Magnetfeld bewegt, ergänzen wir die Gleichung um die Anzahl der Windungen N.

 

 \boxed{ U_{in}= \frac{\Delta \Phi}{\Delta t} \cdot N } Spule

Kennzahlen:

 \boxed{ U_{in} = } Induzierte Spannung

 \boxed{ \Phi  = } Magnetischer Fluss

 \boxed{ \frac{\Delta \Phi}{\Delta t} = } Zeitliche Änderung des magnetischen Flusses

 \boxed{ N = } Windungszahl

 


Berechnung – Magnetischer Fluss


In den Gleichungen zur Berechnung der Spannungen für die Leiterschleife und der Spule ist die Zeit abhängige Veränderung des Magnetischen Flusses die zentrale Größe. Der Magnetische Fluss errechnet sich nach der bekannten Gleichung:

 \boxed{ \Phi = B \cdot A }  

Kennzahlen:

 \boxed{ \Phi  = } Magnetischer Fluss

 \boxed{ B = } Magnetische Flussdichte

 \boxed{ A = } Fläche (aufgespannt)

 

undefiniert
Es kommt auf die Fläche an...

Entscheidend für die Berechnung des magnetischen Flusses ist nicht die magnetische Flussdichte (wie bei der Ruheinduktion), sondern die aufgespannte Fläche von Leiterbereich im Feld l_s multipliziert mit dem Weg x den der Leiter im Magnetfeld zurücklegt.

 

Formal sieht das dann so aus:

 

 \boxed{ A = l_s \cdot x}

Kennzahlen:

 \boxed{ A = } Aufgespannte Fläche

 \boxed{ l_s = } Leiterbereich im Feld

 \boxed{ x =  } Zurückgelegter Weg

 


Herleitung – Induzierte Spannung


Jetzt gehen wir den ganzen Weg wieder zurück.

 

Einsetzen der Gleichung für die Fläche A in die Gleichung für den Magnetischen Fluss

 \boxed{ \Phi = B \cdot A = B \cdot l_s \cdot x}

 

Diese Gleichung setzen wir wiederum in die Gleichung für die induzierte Spannung ein.

 

 \boxed{ U_{in} = \frac{\Delta \Phi}{\Delta t} = \frac{\Delta (B \cdot l_s \cdot x)}{ \Delta t}}

 

So sieht die Gleichung aber sehr unelegant aus. Daher sollten wir jetzt überlegen, welche Größe hier letztlich zeitabhängig ist. Da sich die Flussdichte und auch der Bereich des Leiters nicht verändern, ist es lediglich der Weg, der eine Zeitabhängigkeit besitzt. Oder umfassender betrachtet, es gut um die Bewegung die der Leiter absolviert – Demnach: Bewegungsinduktion.

 

Aus diesem Grund formulieren wir die Gleichung in der neuen Form:

 

 \boxed{ U_{in} = \frac{\Delta \Phi}{\Delta t} = B \cdot l_s \cdot \frac{\Delta x}{\Delta t}}

 


Bewegungsgeschwindigkeit des Leiters


undefiniert
Es kommt auf die Geschwindigkeit an...

Wenn du dich jetzt an den Physikunterricht erinnerst, dann sollte dir einfallen, dass die Geschwindigkeit eines Körpers immer Weg pro Zeit ist.

 

 \boxed{ \frac{\Delta x}{\Delta t} = \frac{x}{t} = v }

Kennzahlen:

 \boxed{ x  =} Weg

 \boxed{ t =} Zeit

 \boxed{ v = } Geschwindigkeit

 


Finale Gleichung der induzierten Spannung


Jetzt kommen wir zur finalen und angepassten Gleichung zur Bestimmung der Bewegungsinduktion im bewegten Leiter in Abhängigkeit von der Bewegungsgeschwindigkeit.

 

 \boxed{ U_{in} = B \cdot l_s \cdot v }

Kennzahlen:

 \boxed{ U_{in} =} Induzierte Spannung

 \boxed{ B =} Magnetische Flussdichte

 \boxed{ l_s = } Leiterbereich im Feld

 \boxed{ v =}  Geschwindigkeit des Leiters im Feld

 


Bestimmung der Elektrischen Feldstärke


Wenn man jetzt noch die Elektrische Feldstärke E ermitteln möchte, so kann man sich ganz einfach unserer finalen Gleichung bedienen.

Hierzu dividieren wir die Gleichung durch l_s und haben dann auf der linken Seite der Gleichung stehen:

 \boxed{ \frac{U_{in}}{l_s} = …. }

 

Das Entspricht formal E

 

 \boxed{ \frac{U_{in}}{l_s} = E }

 

Die Elektrische Feldstärke lässt sich also mit dem Produkt aus magnetischer Flussdichte und der Bewegungsgeschwindigkeit des elektrischen Leiters ermitteln.

 

 \boxed{ E = B \cdot v }

Kennzahlen:

 \boxed{ E =} Elektrische Feldstärke

 \boxed{ B =} Magnetische Flussdichte

 \boxed{ v  = } Bewegungsgeschwindigkeit des Leiters im magnetischen Feld.

 

 



wie gehts weiter?
Nachdem wir nun ausführlich über die Bewegungsinduktion (Generatorprinzip) und die damit verbundenen Gleichungen und Größen gesprochen haben, gehen wir im nächsten Kurstext auf der Thema Hysterese detailliert ein.

 

Trainingsbereich

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