(WT2-03) – Gütenormen – Definition

Inhaltsverzeichnis

In diesem Kurstext erklären wir dir alles Wissenswerte rund um das Thema Gütenormen für deine Weiterbildung zum Techniker.

 

„Eine Gütenorm garantiert dem Hersteller und Anwender, dass ein Werkstoff, unabhängig davon ob, es sich um ein Metall, einen Kunststoff oder einer Keramik handelt, immer die gleiche Werkstoffeigenschaft aufweist.“

 

Gütenormen - Eigenschaften
Gütenormen – Eigenschaften

 


Gütenormen – Grundlegendes


Innerhalb der Gütenormen werden die technischen Herstellungs- sowie Lieferbedingungen für Werkstoffarten und Werkstoffsorten erfasst. Angegeben werden zumeist

  • chemische Zusammensetzung,

sowie

  • mechanischen Eigenschaften

sowie

  • technologische Eigenschaften,

sowie

  • Art der Prüfung

sowie

  • Behandlungsart

sowie

  • Bearbeitungsart

Sowie

  • Maßnormen

 

 

undefiniert
Nicht wichtig....

Hingegen der Herstellungsort und der Herstellungszeitpunkt spielen im Bereich der Gütenormen keine Rolle.

 

Dabei sind es oft die Behörden, Vereine (Fachbereiche), sowie Hersteller und Anwender, die neben den großen nationalen und internationalen Organisationen besonders wichtige Normungsarbeit betreiben.

 


Gütenormen – Geltungsbereiche


Nachfolgend stellen wir dir ein paar Bereiche in der Werkstofftechnik, bzw. Metallurgie vor in denen Gütenormen genutzt werden und verweisen dich darauf, was passieren kann, wenn man diese missachtet.

 

Gütenormen - Einsatzbereiche
Gütenormen – Einsatzbereiche

 


Gießereitechnologie


Viele Bauteile werden kontinuierlich oder diskontinuierlich gegossen. Hält der Gießer sich nicht an die vorgegebenen Gütenormen und gießt das Bauteil falsch so besteht die Gefahr, dass der Werkstoff eine reduzierte Homogenität oder unterschiedliche Maße aufweist. Dies kann zu Spannungen im Werkstoff führen, die dann die Belastbarkeit stark vermindern und die Gefahr für Risse erhöhen.

 


Behälterbau


Auch hier stellt die Maßgenauigkeit einen besonderen Faktor dar. Wird dieser nicht eingehalten, können im Betrieb ungleichmäßige Spannungen und Risse auftreten, die dann in Leckagen münden.

 


Konstruktionsbau


Werden die Temperatureigenschaften oder Festigkeitseigenschaften bei der Werkstoffauswahl nicht ausreichend beachtet, so kann dies auch zu einem Bauteilversagen im Betrieb führen.

 


Werkzeugbau


Ähnlich wie beim Konstruktionsbau, verursacht eine Missachtung der Gütenormen Probleme, die sich dadurch äußern können, dass Werkzeugmaterialien für die Bearbeitung ungenügend sind.

 

Merk's dir!
Merk's dir!

Diese kleine Auswahl soll dir einfach die Wichtigkeit von Gütenormen verdeutlichen.

 

 


Gütenormen – Zahlen und Buchstaben


Die Bezeichnung von Werkstoffen, speziell metallischen Werkstoffen, erfolgt mit Hilfe eines standardisierten Bezeichnungssystems.

 

Zahlen und Buchstaben zur Normierung
Zahlen und Buchstaben zur Normierung

 

Wir unterscheiden

 


Bezeichnung nach Kurznamen


Im Bezeichnungssystem mit Kurznamen können wir die beispielsweise die mechanischen und physikalischen Eigenschaften eines Werkstoffes oder die chemische Zusammensetzung ablesen.

 

 

undefiniert
Beispiel: Kurznamen

HS = Schnellarbeitsstahl,

S = Stahl für Stahlbau,

L = Stahl für Rohrleitungen

 


Bezeichnung nach Nummernsystem


Das Nummernsystem wird bevorzugt für Stahlsorten angewandt. Hier existiert neben den Kurznamen eine zugehörige Nummer, die den Werkstoff genau definiert.

Die Nummer besteht aus drei Teilen:

  1. Werkstoffhauptgruppennummer (einstellig, die Nummer 1 steht für Stahl)
  2. Werkstoffgruppennummer (diese zweistellige Nummer beschreibt die Art des Werkstoffes, legiert, unlegiert, Edelstahl, Werkzeugstahl, usw.)
  3. Zählnummer (vierstellig, jedoch aktuell zweistellig)

 

 

undefiniert
Beispiel: Werkstoffgruppennummer

Werkstoffgruppennummer (Auswahl)

90 = unlegierte Grundstähle,

91 = unlegierte Baustähle,

98 = legierte Qualitätsstähle

 

undefiniert
  “Nachdem du jetzt die Gütenormen kennst, werden wir dir in den kommenden Kurstexten alle Kennzeichnungen nochmals ausführlich vorstellen. Im nächsten Kurstext stellen wir dir zuerst das Normblatt vor.”

 

Trainingsbereich

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